Ein Blick auf das MCC in Brüssel

Verfasst von: Ulli Jentsch


Das Mathias Corvinus Collegium (MCC) gehört zu dem Netzwerk der Orbán-treuen Think Tanks und ist als ungarische Stiftung öffentlichen Rechts massiv finanziell ausgestattet worden. Sein Führungspersonal, wie Generaldirektor Zoltán Szalai und Kuratoriumsvorsitzender Balázs Orbán, sind häufige Gäste auf extrem rechten Konferenzen. Seit dem November 2022 gibt es auch eine Dependance in Brüssel unter der Leitung von Frank Füredi. Der Deutsche Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt ist hier Forschungsdirektor. In diesem Jahr hat das MCC Brüssel mit verschiedenen Publikationen und Veranstaltungen die aktuellen Kampagnen der extremen Rechten, wie zum Thema Gender oder auch die fraktionsübergreifende rechte Kampagne gegen NGOs, aufgegriffen und unterstützt.

Am 11. Juni 2025 trafen sich beim MCC Brüssel Virginie Joron (MEP des Rassemblement National; 2019 Mitglied einer RN-Delegation bei Assad in Syrien), Tom Vandendriessche (MEP Vlaams Belang) und Stephan Bartulica (MEP aus Kroatien und Vorsitzender des Political Network for Values), um über den Digital Services Act (DSA) zu diskutieren. Der Titel der Veranstaltung lautete: „The Digital Services Act and Threats to Freedom of Expression“. Der DSA ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Digitalpolitik und derzeit stark umstritten. Er verpflichtet große Plattformen dazu, illegale Inhalte wie Hassrede, Desinformation oder gefährliche Produkte schneller und transparenter zu entfernen. Lina Dahm berichtete auf ihrem Blog Antifeministische Allianzen über eine ähnlich besetzte Veranstaltung am 21. Mai, bei der auch Paul Coleman, Vertreter der US-amerikanischen Alliance Defending Freedom International (ADF International), dabei war.

Bei einem weiteren MCC-Event am gleichen Tag trafen sich Alice Cordier, Präsidentin des als "feministisch und identitär" bezeichneten 'Collectif Némésis' aus Frankreich, die deutsche Journalistin und 'Lebensschutz'-Aktivistin Birgit Kelle, die polnische Kommentatorin Aleksandra Rybińska und Barbara Bonte (MEP Vlaams Belang, Belgien) um über das Verhältnis von Frauen und Konservatismus zu diskutieren: "With only 19% of young European women identifying as conservative, the event explored the urgent question: what can the right offer women today?" 
Im Vorfeld hatte es Proteste und Verhinderungsversuche durch die örtliche Antifa gegeben. Das MCC hat einen Bericht auf der eigenen Website veröffentlicht sowie ein Video des Panels hier.


Redaktion: Ulli Jentsch

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