Kommunales aus den Niederlanden

Verfasst von: Ulli Jentsch

Am 18. März 2026 finden in den Niederlanden  Kommunalwahlen statt. In den Niederlanden haben bereits jetzt in mehreren Kommunen (Amsterdam, Den Haag, Nijmegen, Rotterdam) die demokratischen Parteien erklärt, nicht mit dem Forum voor Democratie (FvD - Forum für Demokratie) von Thierry Baudet und seiner neuen Vorsitzenden Lidewij de Vos zusammenzuarbeiten. Im Zentrum stehen vor allem die meist jungen Kandidat*innen und die Jugendorganisation JFvD. 

Wie affverzet berichtet
, „brachte die Kandidatur mehrerer rechtsextremer Organisationen wie des Geuzenbond und der Niederländischen Volksunion (NVU)“ auf den kommunalen Listen das Fass zum Überlaufen. So steht beispielsweise in Den Haag Timon Busscher auf dem dritten Platz der FvD-Liste. 2020 wurde bekannt, dass er in App-Nachrichten der JFvD die Terroristen Brenton Tarrant und Anders Breivik als „göttliches Duo“ bezeichnete. Auch in Nijmegen verweigern die Parteien die Zusammenarbeit mit dem FvD, weil Daan Meershoek auf der FvD-Liste steht. Er war im Geuzenbond aktiv, gibt an, kein Mitglied mehr zu sein, weigert sich aber, sich von der vom niederländischen Geheimdienst überwachten Organisation zu distanzieren. Im vergangenen Sommer wurde der informelle Anführer der Gruppe, Thomas D., wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat festgenommen. Ende Februar 2026 wurde er in Rotterdam wegen Waffenbesitzes zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, davon ein Jahr auf Bewährung.

In Nieuwegein wiederum ist mit Frank Folkerts ein ehemaliges Mitglied der nationalsozialistischen Niederländischen Volksunion (NVU) die Nummer 2 der FvD. Bemerkenswert noch der Fall von Kayleigh van Koppen, auf Platz zwei der FvD-Liste in Delft. Im vergangenen Oktober nahm sie Arm in Arm mit John Abrossimow an einer Anti-Einwanderungsdemonstration in Amsterdam teil. Bei der Demonstration liefen van Koppen und Abrossimow hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Pro Weiß, Anti Israel“. Als Mitglied der rassistischen und antisemitischen Partei „White Lives Matter“ wurde Abrossimow im Januar in der Berufung zu sechs Monaten Haft verurteilt, von denen vier zur Bewährung ausgesetzt wurden, weil er rassistische Parolen auf die Erasmusbrücke in Rotterdam projiziert hatte. 

Weihnachtsgala mit internationalen Gästen

Beide, van Koppen und Abrossimow, sind auf den Seiten der Jugendorganisation JvFD dabei zu sehen, wie sie bei der Weihnachtsfeier der Organisation tanzen. Ein Bericht des Volkskrant beleuchtete die Anwesenden, darunter Žan Žalec aus Slowenien und Severin Köhler von der AfD. Žalec ist slowenischer Koordinator im Patriots Network, dem auch Köhler anfangs angehörte. Der Deutsche aus Ditzingen (Baden-Württemberg) war wegen seiner engen Kontakte zur Identitären Bewegung in der AfD kritisiert worden und hatte ein Ausschlussverfahren, dessen Ausgang unbekannt ist. In Deutschland tritt Köhler seit einiger Zeit kaum noch in Erscheinung. AfD und FvD arbeiten in der ESN (Europe of Sovereign Nations) im EU-Parlament zusammen.

Mehr zu den internationalen Strategien der niederländischen extremen Rechten in diesem Artikel von Leonie de Jonge: Extreem-rechts denkt mondiaal.


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