Konferenz gegen Antisemitismus mit der extremen Rechten

Verfasst von: Ulli Jentsch

Am 23./24. März fand in Israel die "Konferenz gegen Antisemitismus" statt. Die israelische Regierung hatte Rechtsaußen-Politiker*innen aus aller Welt eingeladen, zu den Teilnehmenden zählten auch Jordan Bardella, Präsident des Rassem­blement National, und Milorad Dodik, Präsident der Republik Srpska in Bosnien-Herzogowina, der den Genozid bosnisch-serbischer Streitkräfte an den Bosniaken leugnet und in Bosnien-Herzegowina per Haftbefehl gesucht wird.

Mehrere eingeladene Gäste hatten ihre Teilnahme zurückgezogen, berichtete Haaretz, darunter Oberrabbiner Goldschmidt (Präsident der Konferenz europäischer Rabbiner), Michel Friedman, der deutsche Antisemitismusbeauftragte Felix Klein, Armin Laschet (CDU), David Hirsch (Academic Director and CEO of the London Centre for the Study of Antisemitism) und Volker Beck (Deutsch-Israelische Gesellschaft) - und sogar der rechts-libertäre argentinische Präsident Javier Milei.

Der israelische Minister für Diasporaangelegenheiten, Amichai Chikli, der häufig zu internationalen extrem rechten Konferenzen reist, so 2024 zu einer VOX-Wahlkampfveranstaltung in Madrid oder zu CPAC-Treffen, sagte am Rande der Konferenz: "Wer spricht gegen die Entscheidungen des ICC gegen unseren Premierminister und den Verteidigungsminister? Das sind Bardella, Marine Le Pen, das sind unsere Verbündeten in Europa. Das ist also die neue Realität".

Die AfD war nicht eingeladen. Er beobachte die Partei jedoch genau, so Chikli zur taz, und hoffe, „künftig Einladungen auszusprechen“, wenn sich „moderate Stimmen“ durchsetzen würden.


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