Peru hat zum neunten Mal in zehn Jahren gewählt: Fujimori gegen Sánchez

Verfasst von: Ute Löhning

Das Ergebnis der Stichwahl am 7. Juni wird erst in einigen Tagen feststehen. Zur Wahl für das Amt der Präsidentschaft standen die rechts-konservative Keiko Fujimori von der Partei Fuerza Popular (Volksmacht) und der linke Roberto Sánchez von Juntos por el Perú (Zusammen für Peru). In der ersten Wahlrunde hatte Fujimori 17 Prozent und Sánchez zwölf Prozent der Stimmen erhalten. 

Keiko Fuj́imori sieht sich als Nachfolgerin ihres Vater Alberto Fujimori, der 1990 zum Präsidenten gewählt wurde, das Land aber von 1992 bis 2000 diktatorisch regierte, und nach neoliberalen Kriterien umbaute. „Ihr Programm verspricht Deregulierung und Steuererleichterungen für Unternehmen, Militär auf den Straßen, Abschiebung straffällig gewordener Migrant*innen und Gefangene als Zwangsarbeiter für den Straßenbau. Ihre Sozialpolitik beschränkt sich auf direkte Boni und Lebensmittelkarten statt Umverteilung“, berichtet Steffen Heinzelmann im nd.

Der Psychologe Roberto Sánchez war Minister für Außenhandel und Tourismus in der Regierung des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo (2021-2022), der nach einem gescheiterten Staatsstreich im Gefängnis sitzt. Sánchez vertritt wie Castillo eher die ärmere ländliche Bevölkerung und kündigte für den Fall eines Wahlsieges Reformen von Polizei, Justiz und das Vorgehen gegen organisierte Kriminalität an.

Umfragen zufolge waren 25 Prozent der Bevölkerung bis zuletzt unentschieden, wem sie ihre Stimme geben würden. Es ist die neunte Präsidentschaftswahl in zehn Jahren. Sieben der letzten acht Präsidenten sind „im Hausarrest, im Gefängnis, angeklagt oder haben eine Ausreisesperre wegen Delikten, die von einem versuchten Staatsstreich über Korruption bis hin zu Geldwäsche reichen“, schreibt Sandra Weiss in einem sehr informativen Hintergrundbericht für IPG. Peru habe ein „tiefer liegendes, strukturelles Problem mit seinem politischen System“ und die Kriminalität sei in Peru „weniger ein Antagonist der Politik“, sondern „integraler Bestandteil des politischen Systems“.


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