Wahlen in Polen

Verfasst von: Ulli Jentsch

Direkt vor der CPAC-Konferenz in Ungarn (siehe unser Report CPAC Hungary 2025: Auftritt AfD) fand ein weiteres CPAC-Treffen statt, das erste Mal in Polen. ‚Heimatschutz’-Ministerin Kristi Noem griff dort als Vertreterin der US-Regierung direkt in den damals noch laufenden polnischen Präsidentschaftswahlkampf ein. Sie forderte dazu auf, den „richtigen“ Kandidaten zu wählen und nannte den Kandidaten der Bürgerplattform, Rafal Trzaskowski, „an absolute train-wreck as a leader“. Nur wenige Tage später gewann der extrem rechte Karol Nawrocki hauchdünn die Stichwahl. 

Wie schon bei der Stichwahl in Rumänien um das Amt des Präsidenten, den damals der liberale Kandidat gewann, warfen die internationalen Fans von Trump und MAGA ihr gesamtes Gewicht in den Kampf: von der US-amerikanischen Heritage Foundation über das Heartland Institut bis hin zu der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) im Europa-Parlament unter Mateusz Morawiecki, der Orbán-Fraktion ‚Patrioten für Europa‘ (PfE) bis hin zu Vertreter*innen der AfD-Fraktion ‚Europa Souveräner Nationen‘ (ESN): Tomasz Froelich, AfD-Mitglied im Europa-Parlament, betrat in Polen als erster AfDler eine CPAC-Bühne als Teilnehmer einer Diskussionsrunde.

Lesenswerte Berichte über die Konferenz hier bei Notes from Poland und bei DeSmog.

Auch in Deutschland konnte die polnische Community bei der Präsidentschaftswahl abstimmen: bereits in der ersten Runde hatte der Liberale Trzaskowski viel besser abgeschnitten (40% statt 31%) und der extrem rechte Nawrocki schlechter (14,5 statt 29,5). Der antisemitische EU-Abgeordnete Braun bekam erstaunliche 9,6 statt 6,3 %. Bei der Stichwahl war das Ergebnis noch eindeutiger: in Deutschland erhielt Trzaskowski 65,34 % (49,11 % gesamt) gegenüber Nawrocki mit 34,66 % (50,89 % gesamt).

Detaillierte Ergebnisse in englischer Sprache hält die offizielle Seite der National Electoral Commission bereit. Über die polnischen Wahlen in Deutschland schrieb auch die Deutsche Welle hier.


Redaktion: Ulli Jentsch

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