Veröffentlichung
9. September 2026
Sachsen-Anhalt auf der Weltbühne
Verfasst von: Ulli Jentsch
Nur wenige Tage nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt sind die Reaktionen auf internationaler Ebene noch übersichtlich und erwartbar: große Freude auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Warnung vor weiteren Schwierigkeiten für die europäische Einigkeit. Doch obwohl manche sich bemühen, die Bedeutung der Wahl in dem kleinen Sachsen-Anhalt herunterzuspielen, hat die Globale Rechte hier genau hingesehen. „Die ganze Welt schaut heute nach Magdeburg, die CDU ist Geschichte“, wird AfD-Bundestags-Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier, einer der wichtigsten Parteistrategen im Weidel-Lager, in der Welt zitiert.
Der AfD-Europaabgeordnete Markus Buchheit beschreibt in einem Artikel für das extrem rechte Medium La Derecha Diario die Gründe für den Wahlerfolg seiner Partei und kommt zu dem Schluss, dass sich hier ein deutscher Trend zeige, der mit Lateinamerika verbunden sei. Schließlich habe Javier Milei vorgemacht, dass es möglich sei, mit dem alten System zu brechen: „Diese Entwicklung machte sich zunächst besonders deutlich in Lateinamerika bemerkbar. Nun breitet sie sich auch in Deutschland und ganz Europa aus. Die politischen, wirtschaftlichen und historischen Gegebenheiten mögen unterschiedlich sein, doch es gibt ein gemeinsames Phänomen: die Ablehnung der Vorstellung, dass die alten politischen Strukturen und ihre Formen unantastbar seien.“
Bereits zum Wahlkampfauftakt der AfD in Magdeburg am 18. Juni hatten Anna Paulina Luna (Republikanische Partei - USA), Hermann Tertsch (VOX - Spanien) und Herbert Kickl (FPÖ - Österreich) Grußbotschaften per Video geschickt. Luna gratulierte schon kurz nach den ersten Hochrechnungen „ihren Freunden von der AfD“, Ulrich Siegmund und Alice Weidel. Ron Nehring vom Leadership Institute, der eben noch in Berlin auf der Berlin Campaign Conference anwesend war, widersprach Luna direkt, „They are not our friends, and in fact are a deeply anti-American party.“ Zu den Assistenten Buchheits im EU-Parlament gehört übrigens mit Juan Ignacio (Nacho) Oyarzú der Vize-Vorsitzende des Foro Panamericano de Jóvenes Políticos und frühere argentinische Koordinator des Patriots Network in Buenos Aires.
Auch Elon Musk reagierte auf seiner eigenen Social-Media-Plattform X mit einem "Well done!" auf den AfD-Erfolg, was Siegmund sofort aufgriff und seine Hoffnung auf eine starke und konstruktive Kooperation ("strong and constructive cooperation") mit Musk ausdrückte. Das berichtete der Guardian und zitierte auch die Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft, dass die Einwanderungspolitik der AfD „katastrophal“ wäre für das Bundesland, das eine alternde, schrumpfende Bevölkerung habe und stark auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen sei. Da wäre ein Billionen-starker Investor aus den USA natürlich ein Segen für Siegmund. Eine mögliche AfD-Regierung würde damit von der internationalen Vernetzung der AfD profitieren, die Delegationen aus Sachsen-Anhalt bereits zu politischen Gesprächen in die USA und mit der österreichischen FPÖ geführt hatten.
Weitere Details findet ihr in unserem Bericht Die AfD geht 2025 'Komplett Trump' sowie beim österreichischen Standard über ein Strategietreffen von AfD und FPÖ im April dieses Jahres.