Slowenien mit undeutlichem Ergebnis

Verfasst von: Ulli Jentsch

In Slowenien hat der bisherige regierende Robert Golob am 22. März eine hauchdünne Mehrheit erzielt (28,6 Prozent), verliert aber seine liberal-linke Regierungsmehrheit und so steht das Land vor einer schwierigen Regierungsbildung. Der Trump- und Orbán-Freund Janez Janša von der nationalkonservativen Slowenischen Demokratischen Partei (SDS - Slovenska demokratska stranka) erzielte 28 Prozent der Stimmen und verlor am Ende den lange vorhergesagten Sieg.

Janša hatte einräumen müssen, Kontakt zu der israelischen privaten Sicherheitsfirma Black Cube gehabt zu haben. Diese hatte im Endspurt der Wahlen mit einem heimlich aufgenommenen Video in den Wahlkampf interveniert, auf dem eine Politikerin aus Golobs Lager als korrupt dargestellt wurde. Dies hatte Janša in die Defensive gebracht.

Auf eine andere Art in den Wahlkampf 'interveniert' hat das ZDF in einem Vorab-Bericht zu den Wahlen in Slowenien. Dort berichtete ZDF-Südosteuropa-Korrespondent Christian von Rechenberg über die Stimmung im Land und interviewte als eine von zwei Personen den 24-jährigen Studenten Max Davidovic, der erläuterte, warum er den Herausforderer Janša wählen wolle. Was von Rechenberg nicht erwähnt, oder nicht recherchiert hat, ist, dass Davidovic noch im November 2025 als Internationaler Sekretär der Slovenska demokratska mladina aufgetreten ist, der Jugendorganisation von Janšas SDS. Damit dürfte den Zuschauenden allerdings der junge Mann kaum mehr als zufällige Stimme aus der Bevölkerung erscheinen und dies hätte nach journalistischen Standards nicht verschwiegen werden dürfen.

Einen Überblick über die Folgen der Wahl für die Regierungsbildung liefern Sonja Schirmbeck und Tijana Defar bei IPG.


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