Veröffentlichung
8. November 2025
Tagung des Runden Tisches Zentralamerika
Verfasst von: Ute Löhning
Bei einer Tagung des Runden Tisches Zentralamerika mit dem Titel "Antworten der Zivilgesellschaft auf die Rückkehr des Autoritarismus" haben sich am 30. und 31. Oktober Vertreter*innen aus diversen Organisationen und Bewegungen aus Honduras, Guatemala, Costa Rica, El Salvador, Nicaragua und auch aus Deutschland und aus anderen europäischen Staaten in Berlin ausgetauscht. In verschiedenen Ländern beobachten sie ähnliche Entwicklungen hin zu autoritären Regimen, Erinnerungen an Diktaturen der 1970er und 1980er Jahre kommen auf. Weit über Zentralamerika hinaus orientieren sich auch andere Staaten am "Bukelismo", einem auf Strafen basierenden "punitivistischen" System, das auf den salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele zurückgeht. Der versprach, mit Ausnahmezustand und Sonderverfügungen Sicherheit gegen Bandengewalt durchzusetzen, ließ dabei aber mehr als 80.000 Personen in Gefängnissen verschwinden, meist ohne jeden Kontakt zu Familien und Rechtsbeiständen. Rede- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt, die Angst, frei zu reden und sich zu äußern, tritt oft an die Stelle von Angst vor Bandengewalt.
Je stärker die Verunsicherung der Bevölkerung aufgrund von Banden oder Narco-Kriminalität und je stärker die Verarmung sind, desto mehr Zulauf bekommen autoritäre Parteien und Gruppierungen, so die Beobachtung vieler Teilnehmender. Progressive Bewegungen schaffen es derzeit zu wenig, Antworten für diese Probleme anzubieten.
Redaktion: Ulli Jentsch