Veröffentlichung
10. May 2025
AfD-Abgeordnete aus Brandenburg besucht britische Nazipartei
Verfasst von: Ulli Jentsch
Lena Kotré war Ende April Gast auf der 'Remigration Conference' der britischen Homeland Party in Bourne (Lincolnshire / UK). Die Abgeordnete im Brandenburger Landtag wurde dort als Sprecherin ihrer Partei "für Remigration" vorgestellt. In einer zehnminütigen Rede sprach Kotré über die Erfolgsgründe für die AfD, die in Brandenburg eine "Volksbewegung" sei (hier auf X). Man werde zwar als Rechtsaußen mit anderen Standards behandelt als andere, aber man werde nicht zurückweichen. "Wir haben nicht die gleichen Rechte wie andere, oft bekommen wir nicht einmal die grundlegendsten Menschenrechte zugestanden", so Kotré. Angebliche repressive Maßnahmen gegen die AfD beschrieb sie so: "Wir sind die am meisten überwachte Organisation in Deutschland. Nicht einmal die Mafia ist so stark infiltriert wie wir. Unsere Kommunikation wird überwacht, alle Gespräche werden aufgezeichnet. Jedes AfD-Mitglied ist eine öffentliche Person, ob sie es will oder nicht." (Übersetzung ReGA)
In ihrer Rede forderte Kotré Deportationszentren für ausreisepflichtige Personen, wo diese festgehalten werden sollen, bis sie deportiert werden könnten, auch wenn dies "lebenslänglich dauere". Sie forderte auch die Privatisierung der Deportationen, da der Staat dies nicht effizient durchgeführt habe. "With a functioning deportation industry Germany could only once again become a exporting nation. (Laughter)"
Kichernde Antisemiten
Kenny Smith, Vorsitzender der Homeland Party, wurde nach Angaben der britischen antifaschistischen Zeitung Searchlight während der Konferenz aus dem Publikum gefragt, was denn neben der "afrikanischen und asiatischen Remigration" mit der "semitischen Remigration" sei. Smith konnte es sich nicht verkneifen. Er lachte und antwortete: „Jeder, der nicht hierher gehört, muss gehen“. Und sein Publikum jubelte...
Mit Kotré saßen Ant Burrows, Kenny Smith, Branco Roric und Alec Cave auf der Bühne. Dem ebenfalls angekündigten Renaud Camus aus Frankreich war die Einreise verwehrt worden und sein Beitrag wurde per Video eingespielt. Nach Angaben von Searchlight wurde der Beitrag mit 1,2-facher Geschwindigkeit abgespielt, weil der Vortrag unendlich lang und langweilig gewesen sei.
Die Homeland Party wird von britischen Beobachter*innen als derzeit größte faschistische Partei in Großbritannien bezeichnet, die über klare Verbindungen in die gewaltbereite Nazi-Szene verfügt. Sie entstand 2023 als vorwiegend schottische Abspaltung von der neonazistischen Patriotic Alternative. Mitte März erhielten Mitglieder der britischen Homeland Party eine Führung durch den Deutschen Bundestag. Eingeladen hatte der AfD-Abgeordnete Steffen Kotré, Mitglied im Arbeitskreis Außenpolitik der AfD-Fraktion. An der Delegation nahmen Anthony Burrows, Alec Cave, Kenny Smith, Steve Laws and Martin Kuziel teil, wie die britische Antifa-Plattform redflare.info berichtete. Siehe auch in unserem letzten Newsletter #5.