Andersons Kanada-Reisen im Fokus

Verfasst von: Ulli Jentsch

Die AfD-Abgeordneten in mehreren Bundesländern haben derzeit mit Vorwürfen zu kämpfen, weil sie teilweise enorme Geldmittel ihrer Tätigkeit für die Anstellung von eigenen  Familienmitgliedern oder denen befreundeter AfD-Abgeordneter ausgegeben hatten. Wer den Überblick verloren hat: eine interaktive Visualisierung bietet die taz auf ihrer Website. Zu den Personen, die in den vergangene Wochen wegen solcher Über-Kreuz-Anstellungen und anderer, exzessiver Ausgaben für Personal in Kritik geraten waren, gehören auch einige, über die wir in unserem ReGA-Newsletter berichtet haben, darunter Markus Frohnmaier, Stefan Keuter, Damian Lohr und Jan Wenzel Schmidt.

Auch über die Aktivitäten der deutschen Europaabgeordneten Christine Anderson (AfD) in Kanada hatten wir bereits berichtet. Nun sind aufgrund einer Recherche einige Reisen der Abgeordneten wegen der privaten Finanzierung durch ein kanadisches Unternehmen in den Fokus geraten. Laut Abgeordnetenwatch habe Anderson die Finanzierung durch Trinity Productions monatelang verheimlicht: „Erst im Februar, einen Tag nachdem abgeordnetenwatch und t-online das Unternehmen dazu anfragen, holt Anderson die Meldung ans EU-Parlament nach.“

Neben einer Reise aus dem vergangenen Jahr 2025 seien zwei weitere Reisen in 2023 von Trinity bezahlt worden. Trinity hatte die Trips zu kanadischen Rechtsaußen- und Querdenker-Gruppen über ihre Website beworben und den Verkauf der Tickets organisiert. Über die Reisen hatten auch kanadische Initiativen immer wieder kritisch berichtet, wie zum Beispiel 2023 antihate.ca. Anderson, die aus dem früheren PEGIDA-Spektrum stammt, hatte sich in Kanada vor allem mit den Aktionen des militanten 'Freedom Convoys' solidarisiert, der während der Covid-Pandemie versuchte, durch landesweite Trucker-Proteste die von Anderson verhasste Trudeau-Regierung unter Druck zu setzen und zu stürzen.

Laut Medienberichten aus dem Juli 2025 tauchte Anderson, die dem EU-Parlament bereits seit 2019 angehört, auch in einem umfangreichen Ermittlungsfall wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Fraktionsgeldern der früheren ID-Fraktion auf (siehe Die Zeit). Der Stand der Ermittlungen dazu ist unbekannt. Ende 2025 hatte Anderson zu einem trans-feindlichen Event in das EU-Parlament eingeladen.


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