Orbáns Think-Tanks werden untersucht

Verfasst von: Ulli Jentsch

Nach seiner Wahl im April 2026 hatte der neue ungarische Premierminister Peter Magyar angekündigt, die Think-Tanks seines Vorgängers nicht mehr zu finanzieren und das Finanzgebaren der Regierung Viktor Orbáns zu untersuchen. Das ungarische Medienportal Atlatszó hatte nun Gelegenheit, die Verträge einzusehen, die das Danube Institut abgeschlossen hat, um seine Netzwerke mit der europäischen extremen Rechten auszubauen. Eine umfangreiche Dokumentation davon ist bei VSquare auf Englisch erschienen.

Das Danube Institut (DI), das auch in den vergangenen Jahren immer wieder in Deutschland und anderen europäischen Ländern auftrat, wird von der Lajos Batthyány Foundation (BLA) unterhalten. Um den Einfluss der Orbán-Regierung europaweit zu verstärken, finanzierte das DI ständig sogenannte visiting fellows, die Werkverträge für Artikel, Vorträge oder Konferenzbesuche für einen meist mehrmonatigen Zeitraum erhielten. Arian Aghashahi beispielweise, über dessen CPAC-Pläne für Deutschland wir im April berichteten, ist Fellow des Danube Institut.

Ein typischer Vertrag mit einem internationalen Fellow aus dem Jahr 2025 sah beispielsweise so aus: "4 articles in British media, writing 4 articles for the Hungarian Review/Conservative, other media appearances, 1 panel discussion, 1 podcast. Participation in international events with expenses covered, consulting“. Diese Leistungen wurden mit 5.500 Euro im Monat honoriert, bei einer Laufzeit von vier Monaten, also 22.000 Euro insgesamt. Im Jahr 2025 wurden Verträge mit einem Gesamtvolumen von 1,1 Millionen Euro abgeschlossen. Eine detaillierte Liste der Verträge, die durch Anfragen nach dem ungarischen Informationsfreiheitsgesetz erhalten wurden, ist bei VSquare abgedruckt. 


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