Geopolitik im EU-Parlament

Verfasst von: Ulli Jentsch

Eine einflussreiche außenpolitische Stimme ist jene, die der AfD-Europaabgeordnete Tomasz Froelich in Brüssel zu Wort kommen lässt. Froelich, der gerne als "deutsch-polnischer Politiker" bezeichnet wird, betrat im Mai 2025 in Polen als erster AfDler eine CPAC-Bühne als Teilnehmer einer Diskussionsrunde. In Brüssel veranstaltet der Außenpolitiker Gesprächsrunden zur Lage der europäischen Geopolitik. Ende Januar hatte Froelich gemeinsam mit dem Brüsseler Charlemagne Club die beiden Referenten David Engels und Robert Steuckers (beide Belgien) geladen. Das Thema lautete “Pro-Europeanism on the Right”. Man wolle eine ernsthafte, intellektuelle Antwort von rechts liefern, die jenseits der falschen Wahl zwischen linkem Föderalismus und Euroskeptizismus liege, so Froelich. Mit Steuckers sprach ein ausgewiesener Exponent eines extrem rechten Eurozentrismus, das sich auf eine geopolitische Achse zwischen Paris, Berlin und Moskau bezieht.

Am 6. Februar folgte eine Veranstaltung mit dem Argentinier Pablo Javier Davoli zum Thema Lateinamerika und der neuen Monroe-Doktrin, ebenfalls im Europa-Parlament. Davoli wurde als "ausgewiesener Kenner der Geopolitik und des Verfassungsrechts" vorgestellt, der die argentinische Vizepräsidentin Victoria Villarruel berate. Froelich legte besonderen Wert auf den Aspekt in Davolis Denken, eine sogenannte Hispanidad zu betonen, ein "verbindendes zivilisatorisches Band (sic!) (...) mehr als eine sprachliche oder historische Gemeinsamkeit". Sie repräsentiere "ein kulturelles Erbe, das von der iberischen Halbinsel über den Atlantik nach Amerika getragen wurde und dort eine eigenständige Zivilisation formte". 


Redaktion: Ulli Jentsch

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