Brasilien: Trump trifft Flávio Bolsonaro

Verfasst von: Andrea Dip

Am 26. Mai traf sich Donald Trump mit einer brasilianischen Delegation unter der Leitung von Flávio Bolsonaro, dem führenden rechtsextremen Kandidaten für die brasilianischen Präsidentschaftswahlen im Oktober. Der Zeitpunkt wurde von der Familie Bolsonaro strategisch gewählt, da Flávios Wahlkampf unter einem politischen Skandal leidet, bei dem angeblich 26 Millionen Dollar über einen wegen Betrugs verurteilten Mann geflossen sein sollen, um einen Propagandafilm über seinen inhaftierten Vater, Jair Bolsonaro, zu finanzieren.

Das fast zweistündige Treffen hatte zur Folge, dass das US-Außenministerium die beiden größten kriminellen Banden Brasiliens (Comando Vermelho und Primeiro Comando da Capital) als terroristische Organisationen einstufte – ein Schritt, der auf breite Kritik stieß, da diese Organisationen weder eine ideologische noch politische oder religiöse Ausrichtung haben und nicht darauf abzielen, das System zu verändern – und der als Einfallstor für eine Einmischung der Vereinigten Staaten in den Präsidentschaftswahlkampf im Oktober gewertet wurde (ReGA hatte bereits im April darüber berichtet).

Zur brasilianischen Delegation gehörten auch Eduardo Bolsonaro, gegen den derzeit wegen des Verdachts auf die Annahme von Geldern im Zusammenhang mit dem Filmskandal ermittelt wird, sowie Paulo Figueiredo, ein Kommentator, der in Brasilien wegen seiner mutmaßlichen Rolle beim Putschversuch von 2023 angeklagt ist.

Der Artikel „Trump Gives the Bolsonaro Family a Boost Ahead of Brazil’s Election“ von GPAHE befasst sich mit den umstrittenen beteiligten US-Beamten, dem revisionistischen englischsprachigen Film „Dark Horse“ mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und der Frage, was Trumps Einmischung für die politische Landschaft Brasiliens bedeutet.


Übersetzung: Susanne Brust

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